Ein paar Gedanken zur Atomdebatte

Veröffentlicht am 14. März 2011 2 Kommentare

1978, 1986 und nun 2011 – was theoretisch als Restrisiko bezeichnet wird, ist innerhalb meines Lebens nun zum dritten Mal eingetreten. Diese Vorfälle zeigen, dass die Gefahr eines Super-GAU in Folge einer Kernschmelze keineswegs eine theoretische und rein mathematische Rechengröße ist, sondern eine ganz konkrete und im Alltagsbetrieb von Atomkraftwerken real mögliche Gefahr. Fukushima zeigt, dass die von CDU/CSU und FDP erst vor wenigen Monaten vorgenommenen Laufzeitverlängerungen unverantwortlich sind.

Natürlich ist die Situation in Japan eine bislang einzigartige Situation. Hier hat ein gewaltiges Erdbeben und ein damit verbundener Tsunami zu einem Stromausfall geführt, der diese Reaktorkatastrophe eingeleitet hat. Dies übertrifft die meisten der denkbaren Gefahrenszenarien. Aber nicht nur Großschadenereignisse können die Stromversorgung eines AKW gefährden, wie die Pannenserien beim AKW Krümmel zeigen. Fällt in einem AKW die Stromversorgung aus, fällt die Kühlung aus und die Prozesse sind am Ende nicht mehr beherrschbar.

Die schreckliche Katastrophe in Japan hat das Ende der Kernkraft eingeläutet. Der Atomausstieg wird früher oder später überall kommen. Es ist falsch, wenn Norbert Röttgen sagt, jetzt sei nicht die Zeit für eine Grundsatzdebatte. Globales Mitfühlen und um die Opfer in Japan trauern und lokales Handeln und den Atomausstieg einfordern ist nicht zynisch, sondern nur eine logische Konsequenz.

Jetzt muss die Bundesregierung die ohne Beteiligung des Bundesrates und deshalb rechtswidrig beschlossene Laufzeitverlängerung deutscher Atomkraftwerke stoppen und zurücknehmen. Deutschland muss zu seinem ursprünglichen Ziel zurück: Ausstieg aus der Atomenergie bis zum Jahr 2020. Die ältesten Kraftwerke Biblis A, Biblis B, Brunsbüttel, Neckarwestheim I, Philippsburg I, Isar I, Unterweser und Krümmel müssen 2011 und 2012 endgültig vom Netz genommen werden.

Ein „Aussetzen der Verlängerung“ reicht nicht. Jetzt ist nicht die Zeit der Ausflüchte und Beschwichtigungen. Wahlkampftaktische Spielchen sind der Situation einfach nicht angemessen.

Kategorie : Politik
  • twitter
  • facebook
  • linkedin
  • delicious
  • digg

2 Kommentare zu “Ein paar Gedanken zur Atomdebatte”

  1. Mirco Griesche says:

    Moin Hansi,

    dem kann ich nur voll beipflichten! Der Gedanke daran in einem Land(F) mit 59 Kernraktoren zu leben lässt einen angesichts der derzeitigen Lage echt schaudern.

  2. Das glaube ich gerne. Ich hab aber gelesen, dass es auch in Frankreich schon Mahnwachen gibt.

Hinterlassen Sie einen Kommentar