Frisch gelesen: Michael Crichton, Next

Veröffentlicht am 5. August 2009 Keine Kommentare

Schon etwas her, dass ich das Buch gelesen habe. Wird also Zeit ein paar Zeilen zu verfassen. Über Michael Crichton braucht man nicht mehr viele Worte verlieren: Autor zahlreicher Romane, Drehbücher, Regisseur und Produzent erfolgreicher Serien.

Michael Crichtons Next ist sein letzter veröffentlichter Roman. Er starb leider im November 2008. Crichton widmet sich hier erneut der Thematik genetischer Manipulationen. Anders als in Jurassic Park befasst sich Crichton diesmal mit einem realistischeren Schreckensszenario. Es geht um illegale Genexperimente an Tieren, der Schaffung transgener Arten und der Jagd eines Gen-Unternehmens nach einer Gewebeprobe eines ehemaligen Patienten mit der ein neues Arzneimittel geschaffen werden kann. Diese Jagd findet auf zwei Ebenen statt. Einmal vor Gericht und einmal mit Hilfe von Kopfgeldjägern. Crichton vermischt diese Thriller-Ebene mit zahlreichen Nebenhandlungen, die zum Teil gen Ende hin zusammenfliessen. Hier kommt auch die originellste Figur des Buchs ins Spiel. Ein transgener Papagei, der die Stimmen seiner Umgebung perfekt imitiert und seinen menschlichen Besitzern Geheimnisse entlockt und sie so gegeneinander ausspielt.

Man hat bei dem Buch eher das Gefühl, dass es sich um die Ansammlung verschiedener Kurzgeschichten zu dem Thema handelt. Verstärkt wird dieser Effekt durch die zahlreichen Artikel, Zeitungsmeldungen und Gerichtsurteile. Crichton schafft es dadurch Fiktion und Wirklichkeit miteinander zu verweben. Leider bleiben einige Geschichten isoliert übrig und da es am Ende kein großes Finale gibt, bleibt man als Leser etwas unbefriedigt zurück.

Trotz der erzählerischen Schwächen, hat dieses Buch einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen und allein dafür hat sich der Kauf gelohnt. Das Buch greift ein wichtiges Thema auf und informiert teilweise sehr drastisch seine Leser über die Risiken und Chancen der Gentechnik. Michael Crichton hat sich sehr intensiv mit dem Thema Genforschung auseinandergesetzt und der Roman ist solide recherchiert. Dabei bemüht sich der Autor hinsichtlich der Chancen wie auch Risiken dieser Technik um ein objektives Bild. Er befasst sich nicht alleine mit den Möglichkeiten der genetischen Manipulation von Tieren, sondern auch mit der Bedeutung von Gentests für Vaterschaftsklagen und Sorgerechtsstreitigkeiten. Sein Hauptanliegen, welches durch den Krebspatienten Frank Burnet verdeutlicht wird, ist jedoch die Kommerzialisierung der Genforschung, bei welcher unter dem Vorwand des medizinischen Fortschritts Gene patentiert werden. Hierdurch wird die Forschung eigentlich blockiert.

Im Anhang schreibt Crichton den Politikern eine handvoll Forderungen rund um die Genforschung ins Stammbuch. Wer einen leichten Zugang in die Problematik der Genpatentierung haben möchte, ist mit dem Buch gut bedient. Natrürlich sollte man aber immer bedenken, dass es sich um einen Roman handelt. Wer tiefer in die Materie einsteigen will, findet aber zahlreiche Bücher und Webseiten in der mitgelieferten Literaturliste.

Kategorie : Allgemein
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