Neumann macht den Job des Bürgermeister

Veröffentlicht am 28. August 2008 5 Kommentare

Sowas gibt es auch. Da fährt der Oppositionsführer mal eben nach Berlin und besorgt eine Zusage über 25 Mio. Euro an weiteren Zuschüssen für die Universiade in Hamburg. “Es geht darum, sich als Hamburger für die Stadt einzusetzen”, gibt Michael Neumann seine Beweggründe bekannt.

Dem voraus ging ein monatelanges Hickhack. Im November 2007 hatte die Bürgerschaft einstimmig die Bewerbung Hamburgs um die Ausrichtung der Universiade beschlossen. Anfang Mai hatte der schwarz-grüne Senat dann verkündet die Bewerbung aus Kostengründen nicht mehr zu verfolgen (der Bereich Sport führt im Koalitionsvertrag ja auch nur noch ein Schattendasein). Im Juli hieß es dann von Seiten des Bürgermeisters, man wolle die Olympischen Spiele abwarten. Nun fasste sich Neumann ein Herz und holte den Scheck aus Berlin nach Hamburg.

Wie hat Churchill mal gesagt: “Mut ist die wichtigste politische Tugend.” Neumann hat Mut bewiesen. Er hätte sich auch eine Abfuhr holen konnen, dann hätte die Hamburger Presse und die CDU in wahrscheinlich mit Häme bedacht. Es wäre auch viel einfacher gewesen, als Oppositionspolitiker den Senat für das Scheitern der Bewerbung zu verurteilen. So ist das Ergebnis ein Gewinn für alle. Freuen wir uns auf ein tolles Ereignis.

[via Abendblatt: Struck sagt 25 Millionen mehr zu]

Kategorie : Politik
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5 Kommentare zu “Neumann macht den Job des Bürgermeister”

  1. Christian S. sagt:

    Hat der schwarzgrüne Senat eigentlich auch schon mal irgendwas hinbekommen? Das ist ja peinlich, was die da anstellen.

  2. Klaus sagt:

    Schäuble ist eben Schwabe. Die sind angeblich nicht nur geizig, sondern nennen uns “Fischköpp”. Ich bevorzuge den Begriff “Muschelschubser”

    Großartig, was Michael Neumann da abgezogen hat.

  3. Jan sagt:

    Ich will ja nicht kleinlich erscheinen aber ist das Ganze nicht fürchterlich teuer (insgesamt soll das ja sogar 100 Millionen kosten, die 25 sind nur der Teil, den wir alle zahlen dürfen) für ein Sportfest, von dem selbst ich als Student noch nie was gehört habe?

    Soll das so eine Art “Plan B” für die verpasste Olympiade 2012 sein? Ich finde, das Geld hätte man besser in ein Projekt “Olympia 2016 in Hamburg” oder so stecken sollen .

  4. hschmidt sagt:

    Ja, die Kosten sind in der Tat hoch. Das in Deutschland nur wenig davon mitzubekommen ist, liegt an der deutschen Medienlandschaft, die Abseits von Fussball über andere Sportarten gerade mal zu Olympia berichtet.

    Aber die Universiade ist für viele Amateursportler ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu Olympia. Britta Steffen beispielsweise hat letztes Jahr bei der Universiade in Bangkok Gold geholt. Aber auch für einige Städte führte der Weg zur Ausrichtung der Olympischen Spiele über die Universiade (Peking 2001, Moskau 73). Insofern sind solche Spiele auch als Investition in zukünftige Olympische Spiele zu sehen.

  5. Jan sagt:

    Okay.. wollens hoffen. Überzeugt bin ich nicht.

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