Twitter stoppt SMS-Benachrichtigungen

Veröffentlicht am 14. August 2008 Ein Kommentar

Twitter hat die SMS-Benachrichtigungen über die UK-Nummer gestoppt.  Betroffen davon sind alle Länder ausserhalb der USA, Canada und Indien. Begründet wird der Schritt mit den enormen Kosten. Angeblich fallen rund 1000 € pro User im Jahr an SMS-Gebühren an.

Damit werden zwei grundlegende Probleme offensichtlich:

  1. Es ist nahezu unmöglich für eine Sache die mal kostenlos war Gebühren einzuführen.
  2. Europa tickt anders

Man kann weiterhin Updates an die Nummer senden und Twitter weist die Nutzer daraufhin, das Web-Interface zu benutzen. Die Frage liegt auf der Hand: Wenn die SMS-Kosten so hoch sind, warum nicht Geld dafür verlangen? Einfach Antwort: Dies würde das ungeschriebene Web2.0-Gesetz brechen, dass man für eine Funktion die kostenlos war, anschließend kein Geld mehr dafür nehmen kann. Premium-Funktionen sollten den Namen auch verdienen, sie veredeln Basisfunktionen und erhöhen den Nutzen. Die SMS-Benachrichtigung ist (war) eine Basisfunktion, ohne die SMS verliert Twitter einen großen Nutzwert für viele Anwender.

In Europa hat die SMS nachwievor eine große Verbreitung. Im Gegensatz zu Datentarifen, hier ist der Durchdringungsgrad noch gering. Twitter hat in Europa so großen Erfolg, gerade weil es eine SMS-Funktion hat. Die wenigsten haben hier ein iPhone oder ähnliche Hi-End-Mobilgeräte mit Daten(flat)-Tarifen.

Ich bin gespannt, wie schnell Twitter die Ankündigung wahr macht, einen Vertrag mit einem Service-Provider in Deutschland zu unterzeichnen und wie viele User dabei auf der Strecke bleiben.

Kategorie : Allgemein
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Ein Kommentar zu “Twitter stoppt SMS-Benachrichtigungen”

  1. Christian S. says:

    Ich habe das gar nicht so wahrgenommen, dass die SMS-Funktion so wichtig war – allerdings twittere ich auch nicht so lange und bin kein großer SMS-Fan. Mir ist eh relativ schleierhaft, wie sich Twitter finanziert.

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