Ein paar Gedanken zum Public Viewing

Veröffentlicht am 12. Juni 2008 Keine Kommentare

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Gestern war ich nun zum ersten Mal bei dieser EM beim sogenannten Public Viewing. Der Platz vor der Leinwand war vielleicht zur Hälfte gefüllt und von den drei Tribünen war gerade eine zu zwei Dritteln gefüllt. Wir waren mit der türkischen Delegation im Festzelt, wo neben uns vielleicht noch 15 – 20 andere Personen anwesend waren. In der angrenzenden „Fanmeile“ herrschte Stimmung wie auf dem Dom am Karfreitag. Was ich sagen will: Anscheinend ist ausser bei den Deutschland-Spielen absolut tote Hose beim Public Viewing. Wenn schon nicht mal bei einem Spiel der Türkei die Bude voll ist, wie sieht es denn dann bei den anderen Spielen aus? Ich glaube einfach, dass dieses durchorganisierte und mit viel Aufwand betriebene Fanfest nicht funktioniert. Bei der WM 2006 sah es anders aus, aber da waren halt auch Gäste aus den anderen Ländern da und haben gemeinsam gefeiert. Ich tippe mal darauf, dass wir bei der WM 2008 kein Public Viewing in der Form mehr sehen werden.

Was mich ansonsten stört, ist diese Pseudo-Sprache die hier verwendet wird, um eine banale Sache zu beschreiben. Aus Fußballgucken wird Public Viewing. Aus dem Gästezelt wird aufeinmal der „Hospitality-Bereich“ und das nur, weil man auf dem Weg zur Toilette noch am Stand eines koreanischen Autohersteller vorbeikommt. Das dies zum Teil absolut verunglückte Begriffe sind, zeigt sich daran, dass in Amerika „public viewing“ für die öffentliche Aufbahrung von Toten benutzt wird. Das mag vielleicht für die Spielweise der Griechen passen, aber doch nicht für so mitreissende Spiele wie z. B. gestern Abend. Sehr schön finde ich da die Aktion von 1live bei der die Hörer einen alternativen Begriff für das Public Viewing vorschlagen konnten. Gewinner ist Rudelgucken.

Kategorie : Allgemein
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