Kein Verständnis für Verbot des Freiluftkinos auf dem Rathausmarkt

Veröffentlicht am 8. Mai 2008 2 Kommentare

Es ist mir unverständlich, wie die Senatskanzlei das Freiluftkino auf dem Rathausmarkt verbieten kann. Sonst kann es dem Senat in der Stadt nicht laut und bunt genug zugehen, doch wenn es vor der eigenen Haustür auf dem Rathausmarkt stattfindet, reagiert die Senatskanzlei nach dem St. Florians-Prinzip: gern woanders, aber bitte nicht hier. Das „Frei Luft Kino“ auf dem Rathausmarkt stört keine Wohnbevölkerung und ist eine der wenigen kostenfreien Veranstaltungen in der Stadt.

Zum Schildbürgerstreich wird das Ganze dadurch, dass die Veranstaltung mit Steuermitteln aus der Kulturbehörde gefördert wird. Man kann doch nicht auf der einen Seite Steuergelder für die Förderung des Freiluftkinos vergeben und diese dann durch den Verbot der Veranstaltung quasi durch den Schornstein jagen.

Ich glaube, der Bürgerschaftspräsident will nur Ruhe vor seiner Tür und deshalb versucht er möglichst viele Veranstaltungen auf dem Rathausmarkt zu verhindern. Aber das Rathaus ist kein Altersheim und der Rathausmarkt verträgt es gut, wenn dort das pralle Leben stattfindet.

[via Abendblatt.de: Senatskanzlei verbietet „Frei Luft Kino“ auf dem Rathausmarkt]

Kategorie : Politik
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2 Kommentare zu “Kein Verständnis für Verbot des Freiluftkinos auf dem Rathausmarkt”

  1. Nils says:

    Das mag ein Grund sein – Ruhe vor der eigenen Tür. Wobei ich letztens irgendwo ein Foto (oder einen Film) gesehen habe, das/der muss aus den späten 70ern/ frühen 80ern gewesen sein. Dort sah man auf dem Rathausmarkt Menschen über Menschen bei einer Demo. Bis an die Tür heran.

    Als ich Student war, waren wir auch oft auf der Straße und ich wunderte mich (Mitte der 90er), warum wir nicht ans Rathaus selber heran kommen konnten. Stichwort: Bannmeile.

    Jetzt sind also auch die friedlichen Menschenansammlungen ein Bähbäh. Die Jungs und Mädels im Rathaus haben einfach nur Schiss vor jungem Volk, das sich „zusammenrottet“. Wein-Fest ist okay. Da gehen eher ältere, bezahlende Menschen hin… Beach-Volleyball ist auch nicht so wild. Die sind ja in ihrer Sandkiste eingesperrt. Aber wild und frei herumlaufende junge Menschen? Das ist zu viel für den Spaß-EB und Co.

    Dabei hocken die alle friedlich auf dem Boden herum…*seufz*

  2. hschmidt says:

    Zumindest bei dem Gourmetfest „Hamburg verwöhnt“ hat sich die Senatskanzlei nun einsichtig gezeigt und es letztmalig in diesem Jahr auf dem Rathausmarkt genehmigt. Da war die Lobby der Handelskammer doch zu stark.
    Ich würde mir wünschen, die Herren im Rathaus würde die gleiche Einsicht auch beim Freiluftkino zeigen. Aber was sind schon 60.000 Besucher gegen die mächtige Handelskammer…

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