Der Tag danach: Wahlanalyse

Veröffentlicht am 25. Februar 2008 3 Kommentare

Der Wähler hat gesprochen. Wie nach allen Wahlen schaut man nun genauer hin. In der Wahlanalyse die Infratest für die SPD durchgeführt hat gibt es ein paar interessante Zahlen.

Die 3.6 Prozent, die die SPD zugelegt hat, bedeutet in absoluten Zahlen über 14.000 Wähler mehr. Die CDU hat hingegen fast 60.000 Stimmen verloren, davon hat sie ca. 38.000 Wähler an das Nichtwählerlager verloren. Insgesamt sind ca. 50.000 Wähler weniger zur Wahl gegangen. Insofern kann man schon behaupten, dass die CDU die Hauptschuld an der geringen Wahlbeteiligung trägt.

Anders als 2004 liegt die CDU diesmal allein bei den über 60jährigen Wählern klar an erster Stelle. Aufgrund der Überalterung ihrer Wähler sind der CDU weitere Stimmen im Generationswechsel verloren gegangen (-17.000). Die SPD dagegen konnte Stimmen verstorbener Wähler durch ihre erfolgreiche Ansprache von Erstwählern weitgehend kompensieren. Bei den unter 25jährigen liegt sie vor der CDU.

Wie schon 2004 dominierte auch diesmal vor allem die Person Ole von Beust das Votum zugunsten der Union. Bei den CDU-Wählern stand bei mehr als jedem Zweiten (55 Prozent) der eigene Spitzenkandidat im Vordergrund. Das SPD-Votum war deutlich stärker durch Sachkompetenz geprägt als 2004. Für 53 Prozent standen inhaltliche Fragen im Vordergrund.

48% der Hamburger wünschen sich einen SPD-geführten Senat. Diesen Wunsch können wir nun leider nicht erfüllen. Die beiden Alternativen, Große Koalition und ein Schwarz-Grünes Bündnis werden mit je 29% befürwortet. 64% der Grünen-Anhänger und 56% der Unionsanhänger sagen, dass Schwarz-Grün nicht zusammen passt.

Die CDU wird nun mit der GAL und der SPD Gespräche führen. Ich denke am Ende der Woche werden wir schlauer sein und sehen, in welche Richtung der Zug fahren wird.

Kategorie : Politik
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3 Kommentare zu “Der Tag danach: Wahlanalyse”

  1. Claudia Stelling says:

    Ein bischen Überheblich, zu meinen das die CDU für das Nichtwählerlager die Hauptverantwortung trägt!

    Denn KEINE der Oppositionsparteien hat es ja ebenfalls geschafft, die Nichtwähler für sich zu motivieren! Oder Herr Schmidt?

    Da sind wohl ALLE gleichermaßen beteiligt, denke ich.

  2. hschmidt says:

    Hallo Frau Stelling,

    sicherlich wäre auch mit den von der CDU ans Nichtwählerlager verlorenen Stimmen die Wahlbeteiligung zu niedrig. Die niedrige Wahlbeteiligung sollte jeden Demokraten traurig machen.

    Anscheinend konnte die CDU aber mit ihrem inhaltsleeren Wahlkampf nicht gerade die Massen bewegen. Fast 80% der zusätzlichen Nichtwähler kommen nun mal aus dem Lager der CDU, diese Zahl ist nicht zu verleugnen.

    Mich freut aber, dass die SPD insbesondere viele Erst- und Jungwähler motivieren konnte. Ich denke, wer in jungen Jahren wählt, wählt auch als älterer Mensch.

  3. Marc Stedler says:

    Die CDU hat einen politikfreien Wahlkampf gemacht und dadurch das Desinteresse der Bürger an den Wahlen gefördert. Die größte Mobilisierung von Nichtwählern hat die Linkspartei geschafft. Gleichzeitig hat sie viele ehemals rechte Protestwähler gewonnen. Der Sprung von Schill/DVU und anderen Rechtsradikalen zur Linken war wohl für einige Wähler kleiner als von den großen Parteien vermutet. Dieses abfischen von Demokratiefeinden durch die Linke sollte zu denken geben!

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