Die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte lobt erstmals einen Sportpreis aus und will damit herausragende Projekte im Bereich “Ganzheitliche und gesundheitsfördernde Bewegung für Kinder und Jugendliche” prämieren.
Gesucht werden erfolgreiche Projekte, mit denen Kinder und Jugendliche durch gesundheitsfördernde Sportangebote „in Bewegung gebracht“ werden. Für den Sportpreis kommen Projekte aus dem Bezirk Hamburg-Mitte in Betracht, in denen sich Menschen ehrenamtlich bzw. gemeinnützig für die Sache engagieren. Als Preisgeld haben wir 5.000 Euro ausgelobt. Eine Verleihung an mehrere Preisträger ist möglich.
Bis zum 16. April 2010 können Vorschläge oder Bewerbungen beim Bezirksamt Hamburg-Mitte eingereicht werden. Eine unabhängige Jury wird unter allen Vorschlägen und Bewerbungen die Preisträger auswählen. Die Preisverleihung findet Ende Mai 2010 statt. Weitere Infos finden sich auf der Webseite des Bezirksamts.
Ich bin auf die Einreichungen gespannt und wünsche allen Bewerbern viel Erfolg!
Der Europäische Gerichtshofes (EuGH) hat die Bundesrepublik Deutschland verurteilt, die EU-Datenschutzrichtlinie falsch umgesetzt zu haben. Diese schreibt die “völlige Unabhängigkeit” der Arbeit der zuständigen Kontrollstellen vor. In Deutschland wird diese Vorgabe falsch umgesetzt, weil hier die Überwachung der Verarbeitung personenbezogener Daten durch private Stellen und öffentlich-rechtliche Wettbewerbsunternehmen einer staatlichen Kontrolle unterworfen wird.
Der Streit zieht sich seit 2005 hin. Die Kontrolle des Datenschutzes ist in Deutschland föderal aufgebaut: der Bundesbeauftragte für den Datenschutz kontrolliert die Behörden des Bundes, die Landesbeauftragten überwachen die Einhaltung der Datenschutzregelungen bei den öffentlichen Stellen der Länder. Die Unternehmen und andere nicht-öffentlichen Stellen werden von “Aufsichtsbehörden für den Datenschutz” kontrolliert. Künftig wird eine Umstrukturierung der Aufsichtsbehörden in der Bundesrepublik erforderlich sein. Das gilt sowohl für Kontrollstellen der nicht-öffentliche Stellen, als auch für die Wahrnehmung der aufsichtsbehördlichen Funktion durch die Datenschutzbeauftragten selbst. Einzelne Bundesländer haben bereits vor dem Richterspruch begonnen, die Zuständigkeiten für die Datenschutzaufsicht neu zu organisieren und zu vereinheitlichen. In Hamburg untersteht der Datenschutzbeauftrage der Innenbehörde.
Ein gutes Urteil für den Datenschutz. Denn der EuGH stärkt damit den Stellenwert des Datenschutzes!
Google verändert unser Denken: Google macht uns nicht dümmer, aber es verändert die Art und Weise der Informationsbeschaffung und kognitiven Verarbeitung. Durch die kürzeren Aufmerksamkeitsspannen müssen gemeinnützige Organisationen präziser in der Darstellung von Informationen sein.
Das Internet verändert die Sprache: Der Bericht spricht von einer De-Evolution der Sprache durch SMS, Twitter und andere kurze Formen der Kommunikation. Community-Manager müssen auf dem neuesten Stand des Internet-Jargon sein, um wirksam zu bleiben.
Die Experten wissen nicht, was sie reden: 80 Prozent der durch die Pew-Umfrage Befragten sagen, die Experten wissen nicht wirklich, was als nächstes kommt. Niemand weiß, welche Tools in Zukunft nocht genutzt werden. Aber bleiben wird die wachsende Bedeutung von Werten wie Offenheit und Transparenz.
Das Internet wird ein Ende-zu-Ende-Netzwerk bleiben: Trotz der Diskussion um die Netzneutralität und Kontrollen über Netzinhalte glauben 60% der Befragten, dass das Internet ein offenes Ende-zu-Ende-Netzwerk bleibt. Viele Internet-Nutzer verlassen sich auf Stimmen denen sie vertrauen und relevante Informationen für sie filtern, z. B. Top-Blogger oder Community-Streams in sozialen Netzwerken. Non-Profits müssen deshalb enge Beziehungen zu einflussreichen und starken Gemeinschaften aufbauen und erhalten.
Anonymität und Datenschutz bleiben große Themen: Dies ist ein besonders heikles Thema für gemeinnützige Organisationen, insbesondere im Zusammenhang mit Kindern, medizinischen Aufzeichnungen, finanziellen Informationen oder anderen brenzlichen Themen. Während Privatsphäre wichtig bleibt, verlangt die Beteiligung in und von Communitys eine hohe Offenheit. Das ist eine schwierige Gratwanderung, aber gemeinnützige Organisationen müssen ein Gleichgewicht zwischen diesen konkurrierenden Prioritäten finden.
Non-Profit-Organisationen, Verbände und Parteien müssen sich ständig neue Netzwerke erschließen und mit den Menschen in den Dialog kommen. Die Studie liefert interessante Ausblicke auf die Zukunft der Online-Kommunikation. Die Verantworlichen in den Organisationen müssen sich immer fragen, was sie tun müssen, um auf die veränderten Rahmenbedingungen zu reagieren. Nicht überall hat man den Anschein, dass sie es tun.
Fonsi unterbricht Rede und Rolle beim Aschermittwoch der Kabarettisten, wirft seinen Hut und seine Jacke hin und spricht als Christian Springer zu Guido Westerwelle:
Frank Schirrmacher spricht ja gerne über die Algorithmen, die uns alle irgendwann beherrschen werden. Schirrmacher sieht sich durch die Informationsfülle des Internets “aufgefressen”. Irgendwann werde der Mensch selbst zu einem vorhersagbaren Algorithmus. Wer sich mit dem Thema beschäftigt, sollte mal einen Blick in die aktuelle Wired werfen.
Steven Levy wirft hier in einem aktuellen Artikel einen faszinierenden Blick auf den Algorithmus von Google und erzählt ein spannendes Stück Wirtschafts- und Technologiegeschichte von den Anfängen im Jahr 1997 bis hin zur heutigen Echtzeitsuche. Für die Google-Übergeeks gibt es wenig Neues, es ist auch kein “How-to”-Artikel über Suchmaschinenoptimierung. Stattdessen wird hier die menschliche “Geschichte” hinter Google erzählt. Es geht um die Menschen hinter den Algorithmen und die Menschen, die die Algorithmen verwenden. Interessant!
In exakt 25 Tagen beginnt das Politcamp 2010. Knapp 600 Stunden und damit noch weniger Stunden als angemeldete Teilnehmer. Die Vorfreude steigt, aber noch gibt es viel zu tun.
Mit mehr als 700 Anmeldungen haben sich jetzt schon mehr Teilnehmer registriert, als für das Politcamp 09 im letzten Jahr. Nach den Wirrungen um den Veranstaltungsort ist dies ein ungeheur positives Feedback. Auf der Teilnehmerliste findet sich eine Bundesministerin, zahlreiche Mitglieder des Deutschen Bundestages, diverser Landtage und des Europarlaments. Darüber hinaus haben sich zahlreiche Vertreter von Verbänden, Non-Profit-Organisationen, Journalisten, Blogger und Firmenvertreter angemeldet. Eine spannende Mischung, die für zahlreiche Sessions mit unterschiedlichster Zusammensetzung sorgen wird.
Vier Sessions haben wir bisher bereits vorab festgelegt. Dies wird das BarCamp-Konzept aber nicht stören, denn alle weiteren freien Session-Slots werden von den Teilnehmern selbst erst am Veranstaltungstag gefüllt. Wie man auf dem Vortragsüberblick sieht, stehen im Radialsystem insgesamt fünf Räume zu Verfügung. Dadurch haben wir an beiden Tagen zusammen Platz für 65 Sessions. Fast doppelt so viel, wie beim letzten Mal durchgeführt wurden.
Ich bin gespannt! Freue mich zahlreiche bekannte Gesichter wieder zu treffen und neue kennenzulernen. Die Spannbreite der bereits im Vorfeld auf Twitter diskutierten Sessions ist enorm und wird dafür sorgen, dass zahlreiche Interessenschwerpunkte bedient werden können. Neben der Rückschau auf den Online-Wahlkampf 2009 und dem Überblick über den Online-Wahlkampf zur NRW-Landtagswahl wird es diesmal verstärkt um netzpolitische Themen gehen. Von hier werden sicherlich auch weitere Impulse für die Diskussion in den Parteien ausgehen.
Neben den Eingangsreferaten wird es auch fünf Workshops geben. Die Workshops werden sich unter anderem mit den Themen “Wandel und Verdrängung”, “Wohnungs- und Grundstückspolitik”, “Gerechte Stadtenwicklung” und “Stadtbild und Stadtgestaltung” beschäftigen. Ich selber werde gemeinsam mit Julian Petrin von nexthamburg.de einen Workshop über “Bürgerbeteiligung und Partizipation” moderieren und freue mich natürlich über zahlreiche Teilnehmer.
Die Veranstaltung “Hamburg für alle! – Diskussion und Workshop” findet am Freitag, 26. Februar 2010 in der Aula der Rudolf-Roß-Gesamtschule, Neustädter Straße 60, Hamburg-Neustadt statt. Beginn ist 15 Uhr, Ende gegen 20 Uhr.
Endlich ein neuer Hornby! Mit “Juliet, Naked” findet Nick Hornby zu alten Wurzeln zurück. 15 Jahre nach High Fidelity geht es endlich mal wieder um die Dinge, über die Hornby am besten schreiben kann: Musik, festgefahrene Beziehungen, Nerds und die Frauen, die mit diesen Nerds irgendwie zurechtkommen müssen.
In “Juliet, Naked” trifft der alternde Singer/Songwriter Tucker Crowe, der nur noch einer kleinen Internet-Community etwas sagt, auf eine junge Frau, der diese Welt völlig fremd ist. Von Musik hat Annie keine Ahnung. Glaubt zumindest Duncan, als er ihre Rezension des neuen Crowe-Albums liest. Er hatte es zunächst sehr positiv besprochen, während sie es zerissen hat. Aber Crowe antwortet ihr, nicht ihm. Per E-Mail. Es kommt, wie es kommen muss. Die Beziehung zwischen Annie und Duncan zerbricht. Crowe und Annie kommen sich näher, zunächst virtuell und schließlich auch Offline. Annie lernt die Welt des Tucker Crowe, Vater von fünf Kindern vierer Frauen, kennen und kommt hinter das Geheimnis seines musikalischen Vermächtnis und seines plötzlichen Verschwindens von Bühne.
Der Abgesang auf die Fan-Kultur und die Entzauberung eines Idols verpackt Hornby in eine Sprache, die den Leser regelmäßig zum Schmunzeln bringt. Es ist der alternde Rockstar, der in der modernen Welt der E-Mails, iPods und Internet-Foren wie ein Fremdkörper wirkt. Aber genau diese Welt kommt ohne diesen Bezugspunkt der Mitt-40er zu ihrer Jugend nicht aus. Die Parallelen zu “High Fidelity” sind unübersehbar. Die Figuren sind einfach älter geworden, schlagen sich jetzt mit anderen Problemen herum als früher und hadern mit ihrem Leben. Ging es bei “High Fidelity” um die Furcht vor dem nächsten Schritt, geht es bei “Juliet, Naked” um die Rückschau auf diesen Schritt und die Frage, ob man auch in diesem Alter nochmal neu anfangen kann.
Durch das Abwechseln der erzählenden Person bekommt man die Möglichkeit jede der Perspektiven zu verstehen und kann sich so sehr gut in Annie, Duncan und Tucker hineinversetzen. Hornby schreibt mit einer guten Mischung aus Witz und Tiefsinn gepaart mit einer ausgewogenen Portion Traurigkeit. Trotzdem sprang bei mir der Funke nicht so über, wie damals bei High Fidelity oder zuletzt bei Slam. Wahrscheinlich liegt es einfach daran, dass ich noch nicht Jenseits der 40 bin… Werde das Buch in ein paar Jahren nochmal hervorkramen. In meiner Hornby-Liste kommt es hinter Slam auf Platz 5.